Brennpunkte

Meineidverdacht: Frauke Petry soll ihre Immunität verlieren

Nach dem Richtungsstreit in ihrer Partei droht AfD-Chefin Frauke Petry jetzt auch strafrechtlich Ungemach. Der Vorwurf des Meineides steht seit längerem im Raum. Nun macht die Staatsanwalt ernst.



Frauke Petry
Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry.   Foto: Kay Nietfeld/Archiv

Die Staatsanwaltschaft Dresden will, dass der sächsische Landtag für laufende Ermittlungen wegen Meineids die Immunität von AfD-Chefin Frauke Petry aufhebt. «Wir haben den Antrag gestellt», sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase.

Zuvor hatte der MDR darüber berichtet. Sollte der Landtag dem Antrag folgen, wäre der Weg für eine Anklage frei. Die Staatsanwaltschaft hielt sich zu deren Gegenstand bedeckt, die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen. Petry selbst erfuhr nach Angaben des sächsischen AfD-Generalsekretärs Uwe Wurlitzer aus der Presse von dem Antrag.

Petry ist Abgeordnete im Landtag in Dresden sowie auch AfD-Bundes- und Landesvorsitzende. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehr als einem Jahr wegen Meineides oder fahrlässigen Falscheides gegen die 42-Jährige. Hintergrund sind widersprüchliche Aussagen von ihr und AfD-Schatzmeister Carsten Hütter vor dem Wahlprüfungsausschuss des Landtages im Zusammenhang mit der Aufstellung der Kandidatenliste zur Landtagswahl 2014. Daraufhin waren zwei Strafanzeigen gegen Petry gestellt worden.

Nach Angaben des Landesparlaments ging der Antrag Ende vergangener Woche ein. Der zuständige Immunitätsausschuss werde noch in dieser Woche über das weitere Vorgehen beraten, sagte Landtagssprecher Ivo Klatte. Mit einer Entscheidung sei frühestens Ende August zu rechnen.

Petry habe sich bereits umfassend bei der Staatsanwaltschaft zu den Vorwürfen geäußert, sagte der Generalsekretär der sächsischen AfD, Wurlitzer. Ihr sei jedoch bisher nicht mitgeteilt worden, «was nun den Gegenstand der Untersuchung bilden soll». Sie sehe dem weiteren Verfahren mit Gelassenheit entgegen, «da sie sich sicher ist, keine Straftat begangen zu haben».

Die Spitze der Bundespartei stellte sich zunächst hinter Petry. «Die Beantragung der Aufhebung der Immunität von Frauke Petry spielt bei unserer Beurteilung der Lage keine Rolle», sagte AfD-Vize Alexander Gauland. «Wir stehen zu ihr, es gilt die Unschuldsvermutung», fügte Gauland hinzu, der die Partei gemeinsam mit Alice Weidel in den Bundestagswahlkampf führen soll.

Petry ist zur Zeit noch im Mutterschutz. Sie hatte vor einem Monat ihr fünftes Kind zur Welt gebracht.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich im Mai vergangenen Jahres zunächst gegen ein Ermittlungsverfahren entschieden. Die Begründung, dass der Wahlprüfungsausschuss keine zur Abnahme von Eiden zuständige Stelle im Sinne des Strafgesetzbuches sei, war jedoch kurz darauf von der Generalstaatsanwaltschaft kassiert worden.

Die Ermittlungen gegen Hütter waren vor fünf Wochen eingestellt worden. Ihm habe man kein strafbares Verhalten nachweisen können, hieß es zur Begründung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
19. 06. 2017
16:45 Uhr

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19. 06. 2017
16:45 Uhr