Wirtschaft

Dyson-Chef: Welt dreht sich nach Brexit nicht rückwärts

James Dyson, der Gründer des gleichnamigen Hausgeräte-Herstellers, ist ein Brexit-Befürworter. Seine Firma rechnet durch einen Austritt Großbritanniens aus der EU nicht mit erheblichen Einschränkungen - auch wenn die Personalsuche schwieriger werden könnte.



Max Conze
Der Geschäftsführer von Dyson, Max Conze, ist ein Brexit-Befürworter.   Foto: Lino Mirgeler

Der britische Hausgeräte-Hersteller Dyson erwartet keine erheblichen Nachteile für das Geschäft durch einen Brexit.

«Wir haben in unserem Hauptquartier in Malmesbury Mitarbeiter von 35 Nationalitäten - und das werden wir auch in Zukunft haben», sagte Dyson-Chef Max Conze in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Es könne zwar sein, «dass es marginal administrativ komplexer wird», schränkte er mit Blick auf mögliche höhere Hürden für die Beschäftigung von Bürgern aus EU-Ländern ein. «Aber grundsätzlich verändern wird es das nicht, die Welt dreht sich ja nicht zurück.»

Auch beim Zugang zu EU-Märkten rechne Dyson nicht mit Erschwernissen. Die Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union beginnen am Montag. Firmengründer James Dyson, dessen Familie das Unternehmen kontrolliert, hatte sich als Brexit-Befürworter hervorgetan.

Dyson ist unter anderem für beutellose Staubsauger und Ventilatoren ohne Rotorblätter bekannt. Zuletzt brachte Dyson unter anderem einen Haartrockner auf den Markt, bei dem der Motor im Griff steckt. Von den rund 400 Euro teuren Geräten sei weltweit mehr als eine Million Geräte verkauft worden, sagte Conze. Um einen so deutlichen Preisaufschlag zu rechtfertigen, müsse der Verbraucher einen deutlichen Unterschied zu dem, was man von einem Produkt gewohnt, spüren. Bei einem Produkt wie dem «Supersonic»-Haartrockner seien aber zunächst Investitionen von jeweils 50 Millionen Pfund in die Entwicklung und die Fabrik nötig. «Klar, man geht ein Risiko ein, wenn man erst relativ spät im Produktzyklus weiß, ob man die eigene Messlatte erreicht.»

«Wir haben zu jedem Zeitpunkt ungefähr 150 Technologieprojekte, an denen wir arbeiten», sagte Conze. Dazu gehöre die Forschung an Batterietechnik. Zumindest im Labor sei es den Dyson-Forschern gelungen, Feststoff-Batterien mit einer zwei bis vier Mal höheren Kapazität als bei heutigen Lithium-Ionen-Akkus herzustellen. Bis zu einem Durchbruch bei Batterie-Technologien auch am Markt dürften aber noch mindestens fünf Jahre vergehen, schätzte Conze.

Dyson plane dabei nicht, innovative Technologien mit anderen Herstellern zu teilen. «Wir schauen darauf, wie uns diese Technologie helfen kann, unsere Probleme zu lösen. Wir sind nicht daran interessiert, Industrielieferant zu werden.» Dies könne zwar finanziell attraktiv sein, «aber es ist nicht das, wovon wir getrieben sind». So habe Dyson vor einigen Jahren auch das Interesse von Autoherstellern an seiner Lüftertechnologie abgewiesen.

Dyson trifft Vorkehrungen dafür, die Zukunft als Familienunternehmen zu sichern. Dysons Sohn Jake kam in die elterliche Firma mit der Übernahme seiner auf LED-Leuchten spezialisierten eigenen Firma und es wird davon ausgegangen, dass er über die Jahre stärker die Rolle des Vaters übernehmen wird.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2017
14:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Aufschlagspreisbildung Autofirmen Batterietechnik Brexit Deutsche Presseagentur James Dyson Lithium-Ionen-Akkus Staubsauger Unternehmensgründer
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Mercedes-Produktion in Sindelfingen

22.06.2017

Deutsche Autobranche würde heftige Brexit-Einbußen erleiden

London steuert weiter auf einen Brexit zu. Was bedeutet das für die Autoindustrie? Experten meinen: Auf britischen Straßen könnten bald weniger Autos aus Stuttgart, Wolfsburg und München zu sehen sein. » mehr

Takata

22.06.2017

Berichte: Takata will Gläubigerschutz beantragen

Für Takata tickt die Uhr. Der weltweit vernetzte Autozulieferer steckt schon länger in Schwierigkeiten, eine milliardenteure Rückruf-Krise um defekte Airbags brachte ihn in die Bredouille. Hätte eine mögliche Insolvenz a... » mehr

Volkswagen

vor 1 Stunde

Fünf ex-VW-Manager werden weltweit gesucht

Fünf in den USA angeklagte Ex-VW-Manager müssen laut einem Bericht wegen ihrer möglichen Verstrickung in den Abgas-Skandal bei Reisen ins Ausland künftig mit der Verhaftung rechnen. » mehr

Familienpolitik

vor 4 Stunden

Mehr Mütter nehmen Elternzeit - raschere Rückkehr in den Job

Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem scheint es für viele Mütter attraktiver geworden zu sein, auch in Elternzeit zu gehen. Arbeitgeber und Gewerkschaften loben fast unisono - und sehen doch Probleme. » mehr

Ältere Arbeitnehmer

22.06.2017

Deutschland bringt immer mehr Ältere in Beschäftigung

Dank guter Konjunktur und Reformen finden ältere Arbeitnehmer leichter Jobs. Die Bundesrepublik holt damit international auf, zeigt eine Untersuchung. Allerdings müssten die Deutschen länger arbeiten, fordern die Autoren... » mehr

Steckdose

21.06.2017

Haushaltsgeräte verbrauchen oft mehr Strom als angegeben

Ob Fernseher oder Geschirrspüler: Beim Kauf von neuen Haushaltsgeräten achten viele Verbraucher auf einen möglichst geringen Verbrauch. Das spart Geld. Doch die angegebenen Werte entsprechen längst nicht immer dem alltäg... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Gabelbach-Rennen Ilmenau | 17.06.2017 Ilmenau
» 13 Bilder ansehen

Brand Oberalba

Brand in Gehren und Oberalba | 22.06.2017 Gehren, Oberalba
» 16 Bilder ansehen

Fleischlos Kochen

Workshop "Fleischlos Kochen" | 20.06.2017 Steinbach-Hallenberg
» 23 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2017
14:10 Uhr