Thüringen

Altenfeld hält stille Andacht

Altenfeld - Zum Gedenken an die beiden Kinder, die am vergangenen Donnerstag gewaltsam aus ihrem jungen Leben gerissen wurden, sowie an ihren Bruder, der schwer verletzt im Krankenhaus liegt, gab es am Sonntag einen Gottesdienst in Altenfeld.



Ort der Trauer: Blumen, Kerzen und Plüschtiere liegen auf der Treppe, die zum Haus führt, in dem sich das Familiendrama in Altenfeld ereignete. Foto: khs
Ort der Trauer: Blumen, Kerzen und Plüschtiere liegen auf der Treppe, die zum Haus führt, in dem sich das Familiendrama in Altenfeld ereignete. Foto: khs  


Ein Seelsorge-Gottesdienst, wie ihn Pfarrer Fred Klemm zuvor beschrieb, in dem die Gemeinde auf Gesang verzichtet, dafür aber Pausen zum Gedenken einlegt. Die Pausen mit ihrer tiefen Stille - kaum erträglich. Die Gedanken in der Stille gingen in Richtung der eigenen Kinder und Enkel. Die Altenfelder, die gekommen waren, suchten Ruhe und Trost und baten Gott um Linderung der seelischen Schmerzen.

Unter den Gottesdienstbesuchern auch Bürgermeister Peter Grimm, seine Familie und die seines Stellvertreters. Die Mutter der drei Kinder fand später, gemeinsam mit einer Freundin, den Weg in die kleine Bergkirche. Eine Gottesdienstteilnehmerin legte einen kleinen Blumenstrauß auf das Taufbecken. Die Betroffenheit im Ort nach der grausamen Tat ist immer noch groß. In seiner Andacht erinnerte Pfarrer Klemm an die Geschichte Jesu, die Hiobgeschichte, baute aber auch eine Geschichte aus seinem eigenen Umfeld ein. Reden wollte an diesem Sonntag gewiss niemand, war das Geschehene doch erst wenige Tage alt und es sitzt noch tief in den Altenfeldern. Bürgermeister Grimm und sein Vize Lothar Schubert besuchten die Großeltern der getöteten Kinder und bekundeten ihre Anteilnahme. "Wir haben unsere Hilfe angeboten", so Peter Grimm. So sei wenigstens erst einmal gesichert, das jemand für die beiden einkauft. Grimm will ein Spendenkonto einrichten. Auf der Treppe des Wohnhauses, wo die Kinder lebten, häufen sich Spielsachen, Plüschtiere, Blumen und Kerzen. Die Suche nach einer Erklärung, nach Verantwortlichen geht weiter.

Nach Angaben von Staatsanwältin Anette Schmitt-ter Hell gab es keinen neuen Sachstand zu der Bluttat. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte ein 27-jähriger Familienvater am Donnerstag in dem 1000-Einwohner-Ort im Ilm-Kreis seine ein, drei und vier Jahre alten Kinder niedergestochen - wohl weil sich seine Frau von ihm trennen wollte. Die Mutter stammt aus Altenfeld und war erst vor wenigen Monaten mit Mann und Kindern in den Ort zurückgekehrt. Die Trauerfeier mit Beerdigung der beiden ein und vier Jahre alten Kinder steht noch aus. khs/dpa

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Veröffentlicht am:
18. 06. 2017
18:06 Uhr

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18. 06. 2017
18:06 Uhr