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Nachfolge für scheidenden Chef der Nationalgalerie offen

Ein Spitzenposten in der deutschen Kulturlandschaft bleibt vorerst unbesetzt. Gibt es nach Ausscheiden von Udo Kittelmann als Direktor der Nationalgalerie von Berlins Staatlichen Museen eine Doppellösung?



Udo Kittelmann
Udo Kittelmann scheidet als Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin aus.   Foto: Jörg Carstensen/dpa

Wenige Wochen vor dem Ausscheiden von Udo Kittelmann als Direktor der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin ist noch keine Nachfolgelösung für den Spitzenposten in der deutschen Kulturlandschaft gefunden.

Zu einer möglichen Doppellösung für die auf bald sechs Häuser an sieben Standorten verteilte Nationalgalerie wollte sich die als Dachorganisation zuständige Stiftung Preußischer Kulturbesitz auf Anfrage nicht äußern.

Der 62 Jahre alte Kittelmann hatte vor einem Jahr überraschend angekündigt, seinen bis Ende Oktober 2020 laufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen. Der seit zwölf Jahren amtierende Museumsmanager ist als Direktor der Nationalgalerie für legendäre Ausstellungen wie «Die Schwarzen Jahre» (2015) oder zuletzt «Emil Nolde - Eine deutsche Legende. Der Künstler im Nationalsozialismus» (2019) verantwortlich.

Laut der von Bund und Ländern getragenen Stiftung soll Joachim Jäger «kommissarisch und bis auf weiteres» die Leitung übernehmen. Jäger ist auch Chef der Neuen Nationalgalerie. Der ikonische Bau von Ludwig Mies van der Rohe soll nach fünf Jahren Sanierung am 14. Dezember der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nebenan am Kulturforum entsteht das wegen hoher Baukosten von 450 Millionen Euro bereits heftig diskutierte Museum für Kunst des 20. Jahrhunderts.

Die zeitgenössische Kunst bleibt am Standort Hamburger Bahnhof. Dort wird künftig die «Flick Collection» fehlen, deren Rückzug das letzte Kittelmann-Jahr überschattet. Der Kosmos der Nationalgalerie reicht zurück bis zur Kunst des 19. Jahrhunderts in der Alten Nationalgalerie auf der Museumsinsel.

Die Stiftung möchte noch nicht sagen, ob und wie das Profil an der Spitze der Nationalgalerie neu geschnitten werden soll. Allerdings müsse nicht nur ein Direktorenposten neu besetzt, sondern auch die Frage beantwortet werden, was ein Chef der Nationalgalerie bei bald sieben Häusern genau leisten solle, hieß es. Die Möglichkeit einer personellen Aufteilung etwa von zeitgenössischer Kunst und Kunst des 20. Jahrhunderts blieb unkommentiert.

«Die Neubesetzung des Direktorenpostens hängt im Wesentlichen von den Ergebnissen des Reformprozesses bei den Staatlichen Museen zu Berlin im Zuge der Evaluation durch den Wissenschaftsrat ab», hieß es bei der Stiftung. Dies beziehe sich auch auf «die Klärung zur Governance-Struktur der Nationalgalerie-Häuser».

Der Wissenschaftsrat hatte nach zweijähriger Analyse für die Museen mehr Handlungsspielräume gefordert. Bei den Sammlungen von Weltrang werde «das Potenzial derzeit nicht hinreichend ausgeschöpft». Mögliche Reformen sollen nach dem Willen der Verantwortlichen in drei bis fünf Jahren angeschoben oder umgesetzt werden.

© dpa-infocom, dpa:200829-99-353731/2

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29. 08. 2020
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29. 08. 2020
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