Brennpunkte

Japanische Raumsonde schickt Erkundungsroboter zu Asteroiden

Die japanische Raumsonde «Hayabusa 2» nähert sich dem Ende ihrer spektakulären Mission im Weltall. Ein letztes Mal schickt sie einen kleinen Roboter-Kundschafter zu einem Asteroiden. Ende nächsten Jahres wird «Hayabusa 2» auf der Erde zurückerwartet.



Raumsonde «Hayabusa 2»
Es ist die letzte Mission von «Hayabusa 2». Im November und Dezember soll die Sonde den Asteroiden verlassen und Ende nächsten Jahres zur Erde zurückkehren.   Foto: Uncredited/JAXA/AP/dpa

Die japanische Raumsonde «Hayabusa 2» hat einen weiteren Erkundungsroboter über dem Asteroiden Ryugu ausgesetzt. Der kleine Kundschafter «Minerva-II-2» soll Daten zur Dichte des Asteroiden sammeln.

Die Sonde gab ihn am Donnerstag in einer Entfernung von einem Kilometer über dem Asteroiden frei, wie die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa bekanntgab. Das trommelförmige Gerät sollte anschließend in fünf Tagen insgesamt acht Mal um den Äquator des 250 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden kreisen und dann auf der Oberfläche aufsetzen.

Es ist die letzte Mission von «Hayabusa 2». Im November und Dezember soll die Sonde den Asteroiden verlassen und Ende nächsten Jahres zur Erde zurückkehren, wie Jaxa mitteilte. Die Forscher wollen mit der Mission den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

Der unter anderem von der japanischen Universität Tohoku entwickelte Kundschafter ist der dritte und letzte Roboter mit dem gemeinsamen Namen «Minerva II», den die Sonde ins All brachte. Die ersten beiden waren im September vergangenen Jahres als Vorhut des vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelten Landers «Mascot» auf dem Asteroiden gelandet und hatten Aufnahmen von dessen Oberfläche gemacht. «Mascot» war einen Monat später auf Ryugu gelandet und hatte den Asteroiden einige Stunden lang erkundet.

Auch «Minerva-II-2» hätte eigentlich die Oberfläche von Ryugu erkunden sollen, wegen technischer Probleme mussten die Wissenschaftler die Mission abändern. Nun besteht seine Hauptaufgabe darin, Daten zu Ryugus Anziehungskraft zu sammeln. Die Muttersonde «Hayabusa 2» wird in einer Entfernung von acht bis zehn Kilometern über dem Asteroiden Aufnahmen machen.

«Hayabusa 2» war im Dezember 2014 in Japan gestartet und hatte nach fast vier Jahren im All Ende Juni vergangenen Jahres ihr Ziel erreicht. Im Februar war die Sonde erstmals auf Ryugu gelandet und hatte Proben von der Oberfläche gesammelt. Im Juli setzte sie erneut dort auf. Erstmals wurden dabei Proben von einem Bereich unterhalb der Oberfläche eines solchen Himmelskörpers gesammelt.

Dafür wurde Ryugu mit einer Art Projektil beschossen. Wissenschaftler vermuten, dass in dem aufgeworfenen Material Spuren aus der Zeit enthalten sind, als das Sonnensystem vor rund 4,6 Milliarden Jahren entstand. Es könnte organische Moleküle sowie Wasser enthalten, so die Jaxa. Solche Asteroiden könnten bei Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben.

Ein Vorgänger-Modell von «Hayabusa 2» hatte 2010 erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
10:37 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Asteroiden Daten und Datentechnik Himmelskörper und Himmelsobjekte Raumfahrt Raumfahrtbehörden Raumsonden Sonden Sonnensystem Technische Probleme Weltall
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Nasa-Sonde «Osiris Rex»

21.10.2020

Nasa-Sonde «Osiris Rex» absolviert Asteroiden-Manöver

Jubel bei der US-Raumfahrtbehörde Nasa: Die Sonde «Osiris Rex» hat sich bei einem komplizierten Manöver erfolgreich dem Asteroiden Bennu genähert und eine Probe entnommen. Ob diese den Wissenschaftlern ausreicht, ist abe... » mehr

Herkunftsort

17.07.2020

Meteoritenfund - Sensation schlummerte Jahrzehnte im Garten

Jahrzehnte liegt ein Brocken im Garten von Hansjörg Bayer. Er hält ihn für einen Stein, wenn auch ein ungewöhnlicher. Irgendwann lässt er einen Fachmann einen Blick darauf werfen und erfährt: Der vermeintliche Stein ist ... » mehr

Nato-Fahne

19.10.2020

Verteidigung im All: Nato will Space Center aufbauen

Die Nato bereitet sich darauf vor, dass Kriege künftig auch im Weltraum ausgetragen werden. Im rheinland-pfälzischen Ramstein soll deswegen nun ein Space Center entstehen. Ein weiterer Nato-Standortwettbewerb mit deutsch... » mehr

Zentrum Luftoperationen

21.09.2020

Die Luftwaffe hat ein neues Weltraumoperationszentrum

Es klingt nach Star Wars, doch tatsächlich hat die Sicherheit im Weltraum für Wirtschaft, Staat und Gesellschaft enorme Bedeutung gewonnen. Weltraummüll oder gezielte Angriffe auf Satelliten sind die Stichworte. Deutschl... » mehr

SpaceX «Falcon 9»

31.05.2020

Raumfahrer aus USA an ISS angekommen

Vor neun Jahren flogen zuletzt Astronauten von den USA aus zur Internationalen Raumstation, seitdem ging das nur noch über Russland. Mit einem Privatunternehmen hat es die Nasa jetzt erstmals wieder selbst getestet - und... » mehr

«Starlink»-Satelliten

09.01.2020

Lichterkette am Nachthimmel: «Starlink»-Satelliten sichtbar

Ein kurioses Phänomen irritiert derzeit viele Menschen beim Blick zum Firmament. Über den Nachthimmel ziehen derzeit einige helle Pünktchen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall_Lkw_Oberhof Oberhof

Lkw-Unfall Oberhof | 24.11.2020 Oberhof
» 11 Bilder ansehen

Schnee Steinhied

Der erste Schnee in der Region |
» 7 Bilder ansehen

Unfall Meiningen Meiningen

Unfall Meiningen | 22.11.2020 Meiningen
» 6 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 10. 2019
10:37 Uhr