Schlaglichter

Sommerzeit beginnt: Wie man in Corona-Zeiten zur Ruhe kommt

In der Nacht zum Sonntag ist mal wieder Zeitumstellung, der Schlaf-Tag-Rhythmus ändert sich dadurch ein wenig. Wer sich darauf einstellt, kommt leichter damit zurecht. Besonders aufpassen müssen alle Autofahrer.



Funk-Uhren machen es automatisch, alle anderen Uhren müssen wir in der Nacht zum Sonntag vorstellen - und zwar von 2 auf 3  Uhr. Diese Umstellung auf die Sommerzeit ist allerdings eine Herausforderung.

«Früher ins Bett gehen und einschlafen, fällt uns schwer», sagt Hans-Günter Weeß, Leiter des Schlafzentrums am Pfalzklinikum. «Die innere Uhr ist träge und passt sich nicht so schnell an die soziale Zeit an», sagt der Schlafforscher. Damit das Einschlafen leichter fällt, rät er, die Umgebung etwa eine Stunde vorher herunterzufahren: das Licht in der Wohnung dämpfen und keine Medien mehr konsumieren.

«Gerade in Corona-Zeiten sollten wir vor dem Schlafen keine Schreckensnachrichten mehr lesen, die uns aufwühlen», sagt Weeß. Besser sei es, sich mit schönen Dingen zu beschäftigen: «Alles ist geeignet, was uns Sicherheit und Geborgenheit vermittelt. Denn diese Gefühle helfen uns zur inneren Ruhe zu kommen». Rituale sind ebenfalls gut: Entspannungsübungen, ein Hörbuch, eine Fantasiereise machen, ein Buch lesen - allerdings besser keinen spannenden Krimi.

 

Zahl der Wildunfälle nimmt nach Uhrumstelung deutlich zu

Besonders achtsam sein sollten dagegen nach der Zeitumstellung alle Autofahrer. Denn die Zahl der Wildunfälle steigt im April und Mai im Vergleich zum März um mehr als das Doppelte an, wie eine Auswertung des Tierfund-Katasters des Deutschen Jagdverbandes (DJV) ergeben hat. Besonders gefährlich ist demnach die Tageszeit zwischen 6 und 9 Uhr. Im Juni gehen die Zahlen dann wieder deutlich zurück.

Im Frühjahr begeben sich Wildtiere wie Rehe verstärkt auf die Suche nach Futter und Revieren. Sie nutzen dafür überwiegend die Dämmerung, und genau das macht die Zeitumstellung risikoreich. Denn wenn die Uhren jetzt um eine Stunde vorgestellt werden, fällt der Berufsverkehr für einige Wochen wieder in die Zeit der Dämmerung.

Zwar dürften wegen der aktuellen Corona-Pandemie weniger Autofahrer zur Arbeit pendeln - doch die Gefahr bleibt. Besonders hoch ist sie laut DJV auf Straßen durch Wald und an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern - speziell dann, wenn neue Straßen durch solche Gebiete führen. Denn die Tiere laufen weiterhin ihre gewohnten Strecken.
 

Viele klagen über Müdigkeit

Das Europäische Parlament stimmte dafür, die Zeitumstellung nach dem Jahr 2021 aufzugeben. Richtig voran kommt die geplante Abschaffung in diesem Jahr aber nicht. Eine Festlegung durch die Mitgliedstaaten im Rat ist zumindest nicht in Sicht.

Wie eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse DAK ergab, hat in Deutschland jeder vierte Mensch über 14 Jahren gesundheitliche Probleme durch die Zeitumstellung. Die meisten davon klagten allgemein über Müdigkeit. Für einen technisch reibungslosen Ablauf der Umstellung ist die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig zuständig.
 

Veröffentlicht am:
28. 03. 2020
16:53 Uhr

Aktualisiert am:
28. 03. 2020
22:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Berufsverkehr Emotion und Gefühl Geborgenheit Happy smiley Medien und Internet Sommerzeit Tiere und Tierwelt Wald und Waldgebiete Wildtiere Wildunfälle
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
So gut wie sie kann keiner einen Hirschen bei der Brunft imitieren: Der neue Deutsche Meister, Fabian Menzel (Mitte) aus Nüdlingen bei Bad Kissingen, neben dem zweitplatzierten Thomas Soltwedel (links) und dem Dritten Tasso Wolzenburg. Foto: Guido Kirchner/dpa

31.01.2020

Männer, die wie Hirsche röhren

Die Meisterschaft der Hirschrufer ist eine Domäne der Herren. Der skurrile Wettkampf fand auf der Messe "Jagd und Hund" statt. » mehr

Ein Schäferhund hat am Montag der vergangenen Woche einen Mann am Förmitzspeicher gebissen. Warum das passiert ist, ist noch unklar. Symbolfoto: Mikkel Bigandt /Adobe Stock

11.06.2020

"Fass": 29-Jähriger lässt Schäferhund auf Rettungskräfte los

Weil er nicht will, dass Rettungskräfte seine verletzte Freundin behandeln, hetzt ein 29-Jähriger seinen Schäferhund auf die Einsatzkräfte. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall ICE Schafe Schalkau Tunnel Müß

ICE rammt Schafherde | 23.09.2020 Schalkau Tunnel Müß
» 14 Bilder ansehen

2020-09-22

Feuerwehr-Übung Ilmenau | 22.09.2020
» 17 Bilder ansehen

Großbrand Themar Themar

Großbrand Themar | 22.09.2020 Themar
» 57 Bilder ansehen

Autor

dpa

Kontakt zur Redaktion

Veröffentlicht am:
28. 03. 2020
16:53 Uhr

Aktualisiert am:
28. 03. 2020
22:10 Uhr