Wirtschaft

BASF rechnet weiter mit Erholung

Beim Chemieriesen BASF laufen die Geschäfte in diesem Herbst bislang wieder besser. Noch gehen die Ludwigshafener von einem positiven Verlauf des Schlussquartals aus. All das steht aber unter einem Vorbehalt.



Straßensperrung zwischen Lichtenberg und der Landesgrenze Thüringen
Für das laufende Jahr peilt BASF weiter einen Umsatz von 57 bis 58 Milliarden Euro an.   Foto: Sandra Hüttner

In der Corona-Krise setzt der Chemiekonzern BASF weiter auf eine Erholung im Schlussquartal. «Der Oktober läuft bisher so, wie wir ihn uns vorstellen», sagte Unternehmenschef Martin Brudermüller in einer Telefonkonferenz am Mittwoch.

Das Dax-Unternehmen bestätigte bei der Vorlage der endgültigen Zahlen für das dritte Quartal die jüngst ausgegebenen Jahresziele.

«Die Lücke zwischen den durchschnittlichen täglichen Auftragseingängen schließt sich allmählich», sagte Brudermüller. Die Auftragseingänge lägen im Oktober bisher leicht unter dem Vorjahresmonat. Die Kunden blieben aber wie schon in den Quartalen zuvor sehr vorsichtig und bestellten häufiger geringere Mengen.

Für das laufende Jahr peilen die Ludwigshafener weiter einen Umsatz von 57 bis 58 Milliarden Euro an nach 59,3 Milliarden im Vorjahr. Der operative Gewinn vor Sondereinflüssen dürfte sich auf 3 bis 3,3 Milliarden Euro belaufen nach 4,6 Milliarden im Jahr 2019. In der Prognose unterstellt BASF allerdings, dass es nicht zu neuerlichen starken Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivität zur Eindämmung der Corona-Pandemie kommt.

Derzeit erlebten alle, wie schnell sich die Rahmenbedingungen wieder ändern können, sagte Brudermüller. BASF habe deshalb erneut strengere Maßnahmen eingeführt, die über den Sommer nicht mehr nötig waren. Zum Schutz von Kunden und Mitarbeitern baue das Unternehmen derzeit wieder stärker auf die Arbeit aus dem Homeoffice.

Im dritten Quartal musste der Konzern wie bereits bekannt Wertberichtigungen in Höhe von 2,8 Milliarden Euro vornehmen. Deshalb wies das Unternehmen für diesen Zeitraum einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) in Höhe von 2,6 Milliarden Euro aus. Rechnet man den negativen Effekt heraus, erzielte BASF einen operativen Gewinn von 581 Millionen Euro nach etwas mehr als einer Milliarde Euro im Vorjahr.

Nach Steuern und Anteilen anderer Gesellschafter blieb ein Verlust von 2,1 Milliarden Euro übrig nach einem Gewinn von 911 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der Umsatz schrumpfte wegen der Folgen der Corona-Pandemie im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 13,8 Milliarden Euro.

BASF bereitet das Coronavirus und die schwache Nachfrage der Autobranche bereits seit einigen Monaten Sorgen. «Unser Fokus liegt auf weiteren Kostensenkungen», sagte Brudermüller. Zuletzt verschärfte der Konzern deshalb noch einmal seinen Sparkurs. Bis zu 2000 Stellen weltweit will das Unternehmen in seiner erst Anfang des Jahres entstandenen Dienstleistungseinheit «Global Business Services» bis Ende 2022 abbauen. Mit den Stellenstreichungen will BASF ab dem Jahr 2023 mehr als 200 Millionen Euro jährlich einsparen.

Im Zuge einer Neustrukturierung, die vor der Corona-Krise angestoßen wurde, sollen insgesamt 6000 Stellen wegfallen, ungefähr die Hälfte davon am Stammsitz Ludwigshafen. Allerdings werde der Stellenabbau nicht wie geplant komplett bis Ende 2020 abgeschlossen sein, sagte Finanzchef Hans-Ulrich Engel. Aufgrund der Corona-Pandemie nähmen Arbeitnehmer seltener die freiwilligen Abfindungsprogramme an, erläuterte Brudermüller. Insgesamt hat die BASF derzeit mehr als 117.000 Mitarbeiter weltweit.

© dpa-infocom, dpa:201028-99-116175/2

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28. 10. 2020
15:08 Uhr

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