Wirtschaft

Immobilienwirtschaft kritisiert hohe Grunderwerbsteuern

Baukindergeld hier, immer höhere Grunderwerbsteuern dort - diesen Widerspruch kritisiert die Immobilienwirtschaft nicht zum ersten Mal. Adressat: die Bundesländer, die binnen eines Jahres 12 Prozent mehr Einnahmen von den Immobilienkäufern verbuchen durften.



Grunderwerbsteuer
Die Grunderwerbsteuer wird seit 2006 von den Bundesländern erhoben. Seitdem haben fast alle den Steuersatz erhöht.   Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Die Wohnungswirtschaft hat zum wiederholten Mal die hohe Belastung für Immobilienkäufer durch die Grunderwerbsteuer kritisiert.

Die Abgabe, die beim Kauf von Grundstücken oder Gebäuden fällig wird, habe den Ländern 2019 Rekordeinnahmen von 15,8 Milliarden Euro beschert, monierte der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) am Montag. Das sei ein Plus von gut 12 Prozent gemessen am Vorjahr.

«Während der Mangel an bezahlbarem Wohnraum immer größer wird, treiben die Länder die Wohnkosten weiter in die Höhe», erklärte BFW-Präsident Andreas Ibel. Für die Mittelschicht sei die Schmerzgrenze erreicht.

Die Grunderwerbsteuer wird seit 2006 von den Bundesländern erhoben. Seitdem haben fast alle den Steuersatz erhöht. Der Satz von 3,5 Prozent des Kaufpreises gilt nur noch in Bayern und Sachsen. In Hamburg liegt die Grunderwerbsteuer bei 4,5 Prozent, in Berlin sowie Hessen bei 6 Prozent und etwa in Nordrhein-Westfalen bei 6,5 Prozent.

Seit 2006 hätten Bundesländer 27 Mal den Grunderwerbsteuersatz erhöht, kritisierte der BFW. Während die Regierung Immobilienkäufer mit dem Baukindergeld unterstütze, würden diese gleichzeitig von den Ländern mit der Grunderwerbsteuer belastet. Die Politik wirke so ihrem eigenen Ziel entgegen, den Erwerb von Eigentum zu fördern. Auch die Mieten würden mit der Steuer hoch getrieben.

Die kräftig gestiegenen Grunderwerbsteuern stehen schon länger in der Kritik von Immobilienverbänden. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat wiederholt moniert, die Steuer treibe die Nebenkosten beim Immobilienkauf stark in die Höhe.

Die FDP fordert einen Freibetrag von der Grunderwerbsteuer beim erstmaligen Kauf von selbst genutztem Wohneigentum. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag angekündigt, einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer zu prüfen. Eingeführt wurde er bisher nicht.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2020
14:47 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
FDP Grundstücke Immobilienkauf Institut der deutschen Wirtschaft Mieten Regierungen und Regierungseinrichtungen Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Steuern und staatliche Abgaben Wohneigentum Wohnkosten Wohnungsbranche Wohnungsunternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Volksbegehren Mietenstopp

16.07.2020

Mietenstopp-Volksbegehren in Bayern gescheitert

Die Mietpreisexplosion macht den Bürgern vieler Städte Sorgen. Doch von den Ländern verordnete Mietenstopps sind offensichtlich ein rechtswidriges Gegenmittel, wie ein Urteil in Bayern zeigt. » mehr

Homeoffice kann Wohnungsmärkte entlasten

24.08.2020

Immobilienexperten: Homeoffice kann Wohnungsmärkte entlasten

Warum in der teuren Stadt wohnen, wenn man ohnehin immer öfter von zu Hause arbeitet? Der Trend zum Homeoffice könnte das Wohnen im Umland attraktiver machen, meinen Ökonomen. Das trifft aber nicht auf alle Städte zu. » mehr

Baugenossenschaften in Berlin

03.02.2020

Mieten im eigenen Haus: Baugenossenschaften sind gefragt

75 Quadratmeter in guter Lage für 600 Euro warm? Das klingt für viele Städter nach einem Traum, wird durch Genossenschaften aber möglich. Niedrigzinsen und Wohnungsmangel gehen jedoch nicht spurlos an ihnen vorbei. » mehr

Wohnhäuser

29.10.2020

Millionen Menschen in Deutschland von Wohnkosten überlastet

Wenig Wohnraum, steigende Mieten und hohe Immobilienpreise. Die allgemeine Wohnsituation in Deutschland hat sich in den letzten Wochen und Monaten verschärft. » mehr

Bundestag

20.11.2020

«The Kurzarbeit»: Corona-Sonderregeln werden verlängert

Hunderttausende Firmen haben in der Corona-Pandemie ihre Mitarbeiter schon in Kurzarbeit geschickt. In der Krise wurden die Regeln dafür ausgeweitet, nun werden die Sonderbestimmungen noch einmal verlängert. Das deutsche... » mehr

Wohnungssuche

23.11.2020

Corona ändert Wohnungssuche - Mittendrin muss nicht sein

Ein kurzer Arbeitsweg, der ist manchen nicht mehr wichtig. Ihr Büro ist jetzt zu Hause. Corona verändert die Immobiliensuche. Doch die aktuellen Beschränkungen bergen Sprengstoff. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall A73 Suhl Suhl A73

Unfall A73 Suhl | 27.11.2020 Suhl A73
» 7 Bilder ansehen

Holz Lkw Schleusingen Schleusingen

Holzlaster Unfall | 27.11.2020 Schleusingen
» 8 Bilder ansehen

Verkehrsbehinderungen A73 Suhl A 73/Suhl

Verunreinigung A73 | 26.11.2020 A 73/Suhl
» 3 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
03. 02. 2020
14:47 Uhr