Wirtschaft

Nivea-Hersteller spürt «verstärkten Gegenwind»

Zufrieden äußert sich Nivea-Chef De Loecker über das Geschäftsjahr 2019. Wie stark der Beiersdorf-Konzern im laufenden Jahr von der Coronavirus-Epidemie beeinflusst sein wird, kann der Konzernchef noch nicht abschätzen. Die Produktion in China läuft auch noch nicht rund.



Nivea
Nivea-Hersteller Beiersdorf nimmt «verstärkten Gegenwind» wahr.   Foto: Christian Charisius/dpa

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf erwartet für das laufende Jahr «verstärkten Gegenwind» in mehreren Absatzmärkten sowie durch die Coronavirus-Epidemie.

«Die Corona-Auswirkungen sind heute noch nicht vollständig abzusehen», sagte Stefan De Loecker am Dienstag in Hamburg. Aber im Januar und Februar habe das Geschäft mit Kosmetikprodukten deutlich unter Plan gelegen. Vor allem habe das Coronavirus Einfluss auf die Umsätze in China gehabt, wo Beiersdorf Nivea-Produkte und die Haarstyling-Marke «Maestro» vertreibt.

In China läuft nach Angaben des Vorstandschefs auch die Produktion noch nicht wieder auf vollen Touren. Zwar seien sowohl ein Werk für Hautpflegeprodukte als auch ein Klebstoff-Werk nach den Neujahrsfeiern wieder in Betrieb gegangen. In der vom Coronavirus stark betroffenen chinesischen Provinz Hubei sei ein weiteres Hautpflege-Werk aber noch nicht wieder angelaufen.

Im Übrigen gebe es keine Unterbrechungen in den Lieferketten, ergänzte De Loecker. Mitarbeiter in China und Italien arbeiteten im Home-Office. Als weitere Schutzmaßnahmen gegen das Virus hat der Konzern - wie andere Unternehmen auch - Reisen bis auf die nötigsten storniert und im März alle Konferenzen abgesagt. Die Bilanz 2019 wurde am Dienstag statt wie üblich in der Konzernzentrale vor Journalisten nur telefonisch vorgestellt.

Einen verschärften Wettbewerb erwartet der Beiersdorf-Chef aufgrund konjunktureller Abschwächung im Euro-Raum, in Japan, Indien und Südostasien sowie Nordamerika. Das Unternehmen geht deshalb allenfalls von einer stabilen Rendite aus. Die bereinigte Umsatzrendite bezogen auf das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag 2019 bei 14,5 Prozent.

Die Erlöse sollen 2020 aus eigener Kraft um rund 3 bis 5 Prozent steigen. 2019 legte der Umsatz nominal auf 7,65 Milliarden Euro zu, bereinigt um Wechselkurs- und Sondereffekte war es ein Plus von 4,1 Prozent. Davon entfielen rund 6,27 Milliarden auf den Bereich der Pflegeprodukte («Consumer»). Der Klebstoffhersteller Tesa steuerte knapp 1,4 Milliarden Euro bei, ein bereinigter Zuwachs von 0,8 Prozent. Der Jahresüberschuss ging von 745 Millionen auf 736 Millionen Euro zurück. Aktionäre sollen trotzdem eine unveränderte Dividende von 0,70 Euro je Aktie erhalten.

Das Management hatte Anfang 2019 hohe Investitionen angekündigt, um das Wachstum in der wettbewerbsintensiven Branche anzukurbeln. In die Erweiterung der Produktpalette sowie in Kapazitäten und technologische Entwicklungen sollen jährlich 250 Millionen bis 350 Millionen Euro gesteckt werden. Für das zweite Quartal kündigte der Konzernchef eine App an, die mithilfe künstlicher Intelligenz und persönlichen Angaben eine personalisierte Hautdiagnose erstellen soll. Die im September 2019 herausgebrachte Pflegeserie für Tattoo-Träger sei «vielversprechend gestartet», ergänzte De Loecker. Der teuerste Zukauf mit rund 445 Millionen Euro war 2019 die Übernahme von Coppertone, ein US-Anbieter für Sonnenschutzmittel.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
18:59 Uhr

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03. 03. 2020
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