Wirtschaft

Wohnungswirtschaft dringt auf beschleunigtes Bauen

Der Rückstand beim Wohnungsbau kann nach Ansicht der Wohnungswirtschaft mit schnellerer Planung und begrenzten Grundstückskosten behoben werden.



Ehemaliges Kasernengelände Krampnitz
Auf dem ehemaligen Kasernengelände Krampnitz im Norden Potsdams soll ein neues Wohnquartier für bis zu 10.000 Menschen gebaut werden.   Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Das Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss endlich kommen», sagt der Sprecher des Buundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Andreas Schichel. Außerdem dürften die Kommunen die Grundstücke nicht nach Höchstpreisen abgeben.

Der Wohnungsneubau in Deutschland reiche immer noch nicht aus, weil die Voraussetzungen schlecht seien. «Für das laufende Jahr kommen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise deutlich erschwerend hinzu.» Die große Koalition hatte vereinbart, ein Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz auf den Weg zu bringen.

Im Norden Potsdams ist auf einem alten Kasernengelände bis 2038 ein Wohngebiet für bis zu 10.000 Menschen geplant. Das Projekt im Staddteil Krampnitz ist längst nicht das einzige, das in Deutschland in Planung oder schon im Bau ist.

In Berlin soll bis 2030 unter anderem die Siemensstadt 2.0 entstehen - mit 3000 Wohnungen. In Frankfurt am Main wird die ehemalige Bürostadt Niederrad zum Lyoner Quartier mit Wohngebäuden umgewandelt, geplant sind bis zu 4000 Wohnungen für rund 10.000 Menschen. München baut in Freiham einen neuen Stadtteil, in dem mehr als 25.000 Menschen leben und fast 15.000 arbeiten sollen. In Mannheim entsteht in einer früheren US-Wohnsiedlung der neue Stadtteil Franklin - bis 2025 sollen rund 9000 Menschen dort wenige Kilometer nahe der Innenstadt Platz finden.

«Insgesamt reicht der Wohnungsneubau in Deutschland immer noch nicht aus», sagt Andreas Schichel, Sprecher der Wohnungswirtschaft in Deutschland. Während 320.000 neue Wohnungen pro Jahr gebraucht würden, wurden 2019 insgesamt 293.000 neue Wohnungen fertig. Bei Mietwohnungen seien statt benötigter 140.000 preisgünstiger Wohnungen weniger als 78.000 fertiggestellt worden. Und nur 25.600 neue Sozialwohnungen seien im vergangenen Jahr gebaut worden. Die Gründe dafür sind aus Sicht der Wirtschaft «langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren, zu wenig und zu teures Bauland, steigende Baukosten und zu geringe Baukapazitäten».

Ein Sprecher des Bauministeriums betonte, Bauen und Wohnen gehöre zu den Schwerpunkten der Bundesregierung. «Mit der Wohnraumoffensive haben wir ein historisch beispielloses Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht, das bereits deutlich Wirkung zeigt. Die Baugenehmigungen steigen, die Baufertigstellungen auch.» Er verwies zudem auf das das Baulandmobilisierungsgesetz: «Hier passen wir viele Stellschrauben an, die es Kommunen erleichtern, mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.»

© dpa-infocom, dpa:200816-99-186795/4

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Veröffentlicht am:
16. 08. 2020
22:06 Uhr

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16. 08. 2020
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