Ilmenau

Eklat um Jugendhilfeausschuss des Ilm-Kreises

Bei der Wahl des Jugendhilfeausschusses im Kreistag kam es zum Eklat: Madeleine Henfling (Linke-Grüne-SPD) fiel durch, was von der AfD mit Beifall quittiert wurde. Daraufhin twitterte Henfling, dass die CDU zwei Faschisten der AfD gewählt habe, sie habe man durchfallen lassen.



Arnstadt - Zu einem Eklat entwickelte sich am Mittwoch die Besetzung des Jugendhilfeausschusses des Kreistages, die in geheimer Wahl zu erfolgen hat und bisher üblicherweise im Konsens der Fraktionen erfolgte. Zunächst fiel Madeleine Henfling (Fraktion Linke-Grüne-SPD) bei der Wahl zum stellvertretenden Ausschussmitglied durch, was die AfD-Fraktion mit Beifall quittierte. Henfling twitterte daraufhin "Wir halten fest, die CDU wählt zwei Faschisten der AfD in den Jugendhilfeausschuss, mich lassen sie aber als einzige Kandidatin durchfallen."

Dies wiederum war umgehend von Heike Büchner (AfD) zur Kenntnis genommen worden, die Kreistagsvorsitzende Beate Misch (CDU/FDP) aufforderte, gegen Henfling eine Ermahnung auszusprechen. Zum einen sei sie eine Frau und bestehe auf dem richtigen Gendern, zum anderen verwahre sie sich gegen die Verunglimpfung. Beate Misch erklärte daraufhin, im Kreistag sei es zu keiner Ordnungswidrigkeit gekommen, sie könne nicht auch noch die sozialen Medien kontrollieren. Der nächste Kreisausschuss soll sich nun mit dem Umgang miteinander im Kreistag befassen.

Damit war das Thema Jugendhilfeausschuss aber noch lange nicht vom Tisch. Im nächsten Wahlgang ging es um die stimmberechtigten Vertreter der Freien Träger. Elf Bewerber gab es für sechs Sitze. Doch nur Ulrich Kämpf vom Arnstädter Bildungswerk, Holger Spatz von der Jugendvilla Ilmtal und Thomas Höpfner von der Sportjugend erhielten die notwendige Anzahl an Stimmen. Nachdem auch der zweite Wahlgang weder fürs Marienstift Arnstadt, die Arbeiterwohlfahrt, den Verein für Sport und erlebnisorientierte Sozialarbeit Ilmenau, die Frauengruppe und das Bildungswerk Großbreitenbach, den Direkt e.V. Arnstadt, den evangelisch-lutherischen Kirchenkreis und den Kreisjugendring - die meisten bereits langjährige Mitglieder im Jugendhilfeausschuss - keinen Erfolg brachte, wollte Beate Misch die Wahl abbrechen. Es habe weiter keinen Sinn, beschied sie. Eine Begründung, warum sie die Freien Träger durchfallen ließen, gaben die Fraktionen nicht,

Nach einer Auszeit entschied man sich dann doch für einen weiteren Wahlgang. Christian Rämisch für die evangelisch-lutherische Kirche, Volker Weisbach für den Kreisjugendring und Andreas Schlegel fürs Marienstift wurden in diesem gewählt. Auf die eigentlich noch vorgesehen Wahl der Stellvertreter verzichtete man. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Immerhin hatte der Kreistag zu diesem Zeitpunkt schon über vier Stunden getagt, vor lauter Wahlprozedere aber die wichtigen Beschlüsse zu den Schulen, dem Seniorenamt und der Straßenmeisterei noch nicht einmal angefangen.

Dem Jugendhilfeausschuss gehören damit künftig aus dem Kreistag an: Jens Petermann, Helmut Krause, Stefan Rienecker (Linke-Grüne-SPD, Stellvertreter Heidrun Krebs, Alexandra Eckert, ein Dritter muss in der nächsten Kreistagssitzung neu gewählt werden), Andreas Beyersdorf, Martin Mölders (CDU/FDP, Stellvertreter Jörg Thamm, Volker Rusch), Sebastian Thieler, Heike Büchner (AfD, Stellvertreter Marcus Klimpel, Ralf Gohritz), Heike Bluhm, Andreas Utnehmer (FWG, Stellvertreter Stefan Buchtzik, Georg Bräutigam). br

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Berit Richter
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Veröffentlicht am:
05. 09. 2019
00:00 Uhr

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Berit Richter

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05. 09. 2019
00:00 Uhr