Thüringen

Rasanter Anstieg der Coronafälle in Thüringen - Kreise reagieren

Mit neuen Allgemeinverfügungen reagieren Landkreise in Thüringen auf die steigenden Zahlen von Coronainfektionen. Unterdessen ist bei den Apotheken kein Grippeimpfstoff mehr zu haben.



Angesichts rasant steigender Zahlen von Neuinfektionen mit dem Corona-Virus haben die Landkreise Altenburger Land und Weimarer Land am Mittwoch neue Allgemeinverfügungen erlassen. So sind dort ab Sonntag private Feiern in geschlossenen Räumen mit mehr als 25 Personen untersagt, unter freiem Himmel dürfen nicht mehr als 50 Menschen teilnehmen. Öffentliche Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Personen sind dann ebenso verboten wie unter freiem Himmel mit mehr als 200 Personen.

Im Altenburger Land dürfen zudem bei Hochzeiten nur noch die Trauzeugen sowie die Eltern und die Kinder des Brautpaares dabei sein. Die Regelungen zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung werden ausgeweitet. Diese müssen in öffentlichen Gebäuden wie etwa Behörden, in Einkaufszentren und Arztpraxen, im Taxi und in Gaststätten getragen werden.

Auch im Kreis Sonneberg wurde eine neue Allgemeinverfügung auf den Weg gebracht, nachdem dort der Warnwert von 35 Infektionen je 100 000 Einwohner erreicht wurde. Nicht öffentliche Veranstaltungen und private Feiern mit mehr als 15 Teilnehmern sind untersagt - unter freiem Himmel ebenso wie in einem privaten Raum oder einer Gaststätte.

In ganz Thüringen geht die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter steil nach oben. Von Dienstag auf Mittwoch seien 262 Fälle neu registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie gezählten Ansteckungen von 5938 auf nunmehr 6200.

Damit haben sich in den vergangenen sieben Tagen 1068 Menschen mit dem Sars-Cov-2-Virus infiziert. Die 7-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen der vergangenen sieben Tage, liegt bei 50,1 und somit über dem kritisch geltenden Wert von 50.

Den Angaben zufolge werden derzeit 27 Menschen auf Intensivstationen behandelt. Sechs von ihnen müssen künstlich beatmet werden, wie aus dem nationalen DIVI-Intensivregister hervorgeht. 4690 Menschen gelten nach Schätzungen als genesen.

Allein in Erfurt stieg die Zahl der positiv getesteten Menschen um 72 auf insgesamt 517. 18 Patienten befinden sich der Kommune zufolge in stationärer Behandlung, eine mehr als am Vortag. Die beiden Krankenhäuser der Stadt reagierten umgehend auf die Entwicklung: Ab Donnerstag sind Besuche dort nur in Ausnahmefällen möglich. Damit solle verhindert werden, dass Besucher Infektionen mit ans Krankenbett bringen. Nur in Einzelfällen werde es Ausnahmen geben.

Unterdessen sind in Thüringen derzeit alle von den Arztpraxen im Land bestellten Grippe-Impfdosen von den Apotheken ausgeliefert worden. Derzeit könne kein Nachschub bestellt werden, sagte der Vorsitzende des Landesapothekerverbandes Stefan Fink. Erst im November, wenn die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für Deutschland angeforderten Reserven einträfen, könnten Praxen wieder beliefert werden. Allerdings bedeutet das laut Fink nicht unbedingt, dass in den Arztpraxen selbst keine Grippeimpfungen mehr möglich sind. Stellenweise könne es aber zu Engpässen kommen. Wegen der Corona-Epidemie hatten einige Praxen mehr bestellt als in den Vorjahren. dpa

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Veröffentlicht am:
28. 10. 2020
12:35 Uhr

Aktualisiert am:
28. 10. 2020
16:13 Uhr

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28. 10. 2020
12:35 Uhr

Aktualisiert am:
28. 10. 2020
16:13 Uhr