Thüringen

Pro-Kopf-Einkommen

Suhler mit dritthöchstem Einkommen im Osten

Suhl behauptet einen ostdeutschen Spitzenplatz beim Pro-Kopf-Einkommen, und ganz Südthüringen hängt Städte wie Kassel oder Hof ab. Doch insgesamt bleibt der Einkommens-Abstand zwischen Ost und West beträchtlich.



Düsseldorf - Suhl belegt in einer aktuellen Studie Platz drei unter den ostdeutschen Kreisen und kreisfreien Städten beim verfügbaren Pro-Kopf-Einkommen. Nach Untersuchungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung lag diese Zahl im Jahr 2016 in Suhl bei 20.698 Euro. Besser schnitten im Osten lediglich die Kreise Potsdam-Mittelmark und Oberhavel im Speckgürtel Berlins ab.

Neben Suhl liegen auch die Kreise Sonneberg, Schmalkalden-Meiningen und Wartburgkreis auf den ersten elf der 77 Ost-Plätze. Am Ende der Liste der bundesweit 401 Regionen rangieren Halle/Saale, Duisburg und Gelsenkirchen, ganz vorne der Kreis Starnberg bei München. Das WSI-Institut der Stiftung stützte sich auf amtliche Daten von 2016. Demnach haben Thüringer deutlich weniger im Portemonnaie als viele andere. Das jährlich verfügbare Einkommen je Thüringer lag 2016 bei 18.951 Euro - 3000 weniger als im Bundes-Schnitt und auch weniger als Sachsen und Brandenburg. Auch innerhalb des Landes gab es deutliche Unterschiede. So hat der Kyffhäuserkreis mit 17.708 Euro das niedrigste Pro-Kopf-Einkommen im Freistaat. Ganz Südthüringen steht besser da als der Landes-Durchschnitt - mit Ausnahme des Ilm-Kreises, der demgegenüber deutlich abfällt.

Deutschlandweit lag das Einkommen pro Kopf bei 21.952 Euro. Allerdings war der Zuwachs seit 2000 in Thüringen vergleichsweise höher: Einem Plus von 15,9 Prozent standen im Bund 12,3 Prozent gegenüber. In Suhl lag das Plus bei 18,2, in Schmalkalden-Meiningen bei 20 Prozent.

Zum verfügbaren Einkommen zählen alle Einnahmen einschließlich Sozialleistungen nach Abzug direkter Steuern und Sozialabgaben. Hohe Werte können ein Indiz für einen hohen Altersdurchschnitt sein. In einer Region, in der vergleichsweise wenige Kinder, Studenten oder andere Menschen wohnen, die kein oder wenig Einkommen haben, fällt das Pro-Kopf-Einkommen tendenziell höher aus.

Die Untersuchung zeigt nach Ansicht der Wissenschaftler, dass es weiter eine Ost-West-Spaltung bei den Einkommen gibt. In Ostdeutschland erreichten nur sechs der 77 Kreise die Marke von 20.000 Euro pro Kopf, während 40 der 324 westdeutschen Kreise ein niedrigeres Einkommen aufwiesen, heißt es in der Studie. Im Kreis Starnberg lag das Einkommen mehr als doppelt so hoch wie beim Schlusslicht Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen. jol

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Durchschnittseinkommen Löhne und Einkommen Sozialabgaben Sozialleistungen Steuern und staatliche Abgaben Verfügbares Einkommen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Hotelübernachtungen

24.05.2019

IHK: Grundrente nicht zulasten der Hotellerie

Die Industrie- und Handelskammer Südthüringen hat die Pläne von Bundessozialminister Heil zur Finanzierung der Grundrente scharf kritisiert. Der SPD-Minister will für sein Konzept den verringerten Mehrwertsteuersatz für ... » mehr

Im Regiomed-Klinikverbund ist zwischen 2014 und 2018 offenbar ein hoher zweistelliger Millionenbetrag versenkt worden. Die AfD Sonneberg hat deshalb Strafanzeige gestellt.

11.05.2019

Thüringen könnten knapp 300 Millionen Euro an Steuergeldern fehlen

Thüringens Steuereinnahmen könnten bis zum Jahr 2023 um knapp 300 Millionen Euro geringer ausfallen als bisher prognostiziert. » mehr

Andrea Nahles

05.03.2019

Nahles: 130.000 Thüringer würden von Grundrente profitieren

SPD-Chefin Andrea Nahles hat vor ihrem Besuch des politischen Aschermittwoch in Suhl die Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung verteidigt. "Mit allem anderen würden wir den Menschen Sand in die Augen streuen", sagte Nahl... » mehr

Spenden von der Steuer absetzen

09.04.2019

Mehr Steuereinnahmen in Thüringen - Steuerfahnder rücken 470 Mal aus

Die Finanzämter im Freistaat haben 2018 einiges mehr an Steuern eingenommen. Ein Teil davon ist den 54 Thüringer Steuerfahndern zu verdanken. » mehr

Hartz IV Stempel

23.02.2019

Viele Alleinerziehende in Thüringen sind auf Hartz IV angewiesen

Haushalt, Kindererziehung, Job: Partnerlose Mütter und Väter müssen diese Aufgaben allein stemmen. Häufig sind sie auf Sozialleistungen angewiesen. Ein neues Landesprogramm soll ihnen helfen. Doch nach Einschätzung eines... » mehr

Immer mehr Menschen können ihre Rechnungen nicht mehr begleichen. Die Schuldnerberatung der Caritas berät Privatpersonen, wie sie aus der Schuldenfalle kommen. In Coburg haben die Experten immer mehr zu tun. Symbolfoto: Gina Sanders/Adobe Stock

15.05.2019

Hohe Wohnkosten: Beratungsstellen warnen vor Überschuldung

Hohe Mieten, plötzliche Kündigungen oder steigende Nebenkosten: Der angespannte Wohnungsmarkt birgt Beratungsstellen zufolge für Haushalte ein immer größeres Schuldenrisiko. Auf ihrer Jahrestagung fordern die Schuldnerbe... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

25. Feuerwehr-Jugendleistungsmarsch in Eisfeld Eisfeld

25. Jugendleistungsmarsch | 25.05.2019 Eisfeld
» 11 Bilder ansehen

Schmalkalden feiert „Am Walperloh“ - Mit dem Schweizer Star-DJ Antoine Schmalkalden

Prachtparade Schmalkalden | 24.05.2019 Schmalkalden
» 20 Bilder ansehen

Fridays for Future

Fridays-Demo-MGN |
» 18 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
24. 04. 2019
00:00 Uhr