Thüringen

Thüringern Hochschulen setzen Software zur Plagiatserkennung ein

Bei wissenschaftlichen Arbeiten gibt es immer wieder Versuche zu betrügen. Mittlerweile gibt es aber Software, um Täuschungen zu erkennen. Auch Thüringer Hochschulen setzen diese ein.



Um Betrüger und Schummler bei Haus- oder Abschlussarbeiten zu ertappen, kommt an Thüringer Hochschulen auch Software zur Erkennung von Plagiaten zum Einsatz. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Darüber wie häufig Betrugsversuche vorkommen, konnten die Hochschulen keine Angaben machen, da dies statistisch nicht erfasst werde. Nur in Ausnahmefällen hätten Plagiate oder andere Täuschungsversuche bislang in Thüringen zur Aberkennung von Bachelor- und Master-Titeln oder Promotionen geführt.

 

An der Friedrich-Schiller-Universität in Jena nutzen laut einer Sprecherin nur einzelne Dozenten und Fakultäten Software zur Erkennung von Plagiaten. Den betreuenden Dozenten an der Universität Erfurt steht ebenfalls eine Software zur Verfügung, wie eine Sprecherin der Hochschule sagte. Auf der Webseite der Uni werden Studierende darauf hingewiesen, dass sie beim ersten nachweisbaren Täuschungsversuch verwarnt werden und die Prüfung nicht bestehen. Im Falle eines erneuten Betrugs würden sie exmatrikuliert.

An der Fachhochschule Schmalkalden ist nach eigenen Angaben hin und wieder eine Software im Einsatz, um Plagiate bei Haus- oder Abschlussarbeiten zu erkennen. Es gebe aber keinen Überblick, wie oft diese genutzt werde.

Gänzlich verzichtet man an der Fachhochschule Erfurt auf Software zur Erkennung von Plagiaten bei Haus- oder Abschlussarbeiten. In der Regel würden die Dozenten die Literatur ihres Fachbereichs so gut kennen, dass ihnen auffalle, wenn Studierende ohne Quellennachweis ganze Textpassagen aus Büchern abschrieben. In Einzelfällen sei das an der Hochschule auch schon passiert, hieß es.

An der Jenaer Uni hat es in der Vergangenheit mindestens einen Fall gegeben, in dem eine Promotion wegen eines Plagiats zurückgenommen wurde, wie die Sprecherin der Hochschule sagte. In den vergangenen drei Jahren seien aber keine Studenten wegen Betrugsversuchen exmatrikuliert worden.

Einen Betrugsvorwurf gegen einen Doktoranden gab es bislang nach eigenen Angaben an der Universität Erfurt. Es habe jedoch kein Fehlverhalten festgestellt werden können, das die Einleitung eines Verfahrens zum Entzug des Doktortitels gerechtfertigt hätte.

Wegen Täuschungsversuchen seien an der Fachhochschule Schmalkalden noch nie Bachelor- oder Mastertitel aberkannt worden, sagte die Sprecherin der Hochschule. Ein Promotionsrecht besitzen Fachhochschulen nicht, so dass sie Doktortitel weder verleihen noch entziehen können.

Autor

Sebastian Haak
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Veröffentlicht am:
24. 08. 2019
08:00 Uhr

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Sebastian Haak

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24. 08. 2019
08:00 Uhr