Wirtschaft

Verunsicherung in Eisenach über Opel-Entscheidung

Opel gehört zu den großen Industrie-Arbeitgebern in Thüringen. Entscheidungen des Unternehmens, wie jetzt eine zeitweilige Produktionsverlegung, sorgen deshalb schnell für Aufregung.



Mitarbeiter fertigen den Opel Grandland X im Opel-Werk
Mitarbeiter fertigen den Opel Grandland X im Opel-Werk in Eisenach.   Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Der Autobauer Opel verlegt die Produktion der Hybrid-Varianten des Stadtgeländewagens Grandland X vorübergehend von Eisenach ins französische Sochaux. Entsprechende Angaben der Stadt Eisenach bestätigte ein Unternehmenssprecher am Sonntag auf Anfrage in Rüsselsheim. Die Entscheidung sorge in Eisenach für Unsicherheit und habe Wellen geschlagen, erklärte Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke). Sie appellierte nach Angaben der Stadtverwaltung an Opel, keine Entscheidungen zu treffen, die das Vertrauen in das Unternehmen beschädigten.

Nach Opel-Angaben sind die Vorbereitungen auf die zweite Schicht in Eisenach der Grund für die vorübergehende Produktionsverlagerung. Prozesse und Fertigungsvolumen würden optimiert. Spätestens Anfang kommenden Jahres würden auch die elektrifizierten Versionen des Kompakt-SUVs wieder in Eisenach vom Band rollen, erklärte der Unternehmenssprecher.

Opel hatte in den vergangenen Wochen mehrfach bekräftigt, dass die zweite Schicht in diesem Herbst in dem Thüringer Werk eingeführt werden solle. Dort werden rund 1400 Arbeitnehmer beschäftigt. Das Werk, dessen Auslastung in der Vergangenheit stark schwankte, war von Kleinwagen auf den Grandland zunächst mit klassischen Antrieben umgestellt worden. Dann folgte auch eine Hybrid-Variante.

Oberbürgermeisterin Wolf: «Wir erwarten, dass die Hybrid-Modelle ab Januar wieder im Eisenacher Werk gefertigt werden. Wir haben gutes Personal.» Das Werk müsste ausgelastet werden. «Dazu gehört auch der Aufbau der zweiten Schicht mit Mitarbeitern aus der Region.»

Opel teilte zudem mit, dass Kurzarbeit als Reaktion auf die Corona-Krise voraussichtlich bis Ende 2021 verlängert wird - vorbehaltlich der Zustimmung der Arbeitsagentur. Darauf einigten sich Geschäftsleitung und Gesamtbetriebsrat in einem Eckpunktepapier, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Das Thüringer Werk soll davon zunächst nicht betroffen sein, hieß es in Eisenach.

Neben der Möglichkeit von Kurzarbeit will der Autobauer unter anderem sein Programm zur Altersteilzeit auch für Beschäftigte des Jahrgangs 1964 öffnen, hieß es. Für sogenannte Fokusbereiche prüfe Opel das Angebot von Transfergesellschaften. Konkret wurde der Standort Rüsselsheim genannt, etwa mit Teilelager und Design. Hier sei für die Jahrgänge 1961 bis 1964 auch ein «spezielles Programm» geplant. Details nannte Opel nicht.

Opel hatte zuletzt Entlassungen für den Fall ins Spiel gebracht, dass sich bei einem vereinbarten Freiwilligenprogramm zum Stellenabbau bis Ende 2021 nicht die angestrebten 2100 Teilnehmer finden lassen. Bislang haben sich demnach nur etwa 500 Beschäftigte für ein Ausscheiden entschieden. Opel-Chef Michael Lohscheller hatte aber auch betont, er sei zuversichtlich, mit dem Betriebsrat gute Lösungen zu finden. dpa

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2020
15:53 Uhr

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27. 09. 2020
15:53 Uhr