Lokalsport Bad Salzungen

Da kommt Freude auf: Mal wieder echte Rennbedingungen

Mit dem alten "Dienstfahrzeug" einerseits und neuem Teamgeist andererseits absolviert Marcus Gesell sein erstes Rennen in der 2020er Serie der Cup- und Tourenwagen- Trophy (CTT).



Die Crew von Gesell-Motorsport und die Piloten finden sich mit den drei Rennwagen am Rande des ersten Renneinsatzes auf dem Hockenheimring zum Gruppenfoto zusammen. Foto: privat
Die Crew von Gesell-Motorsport und die Piloten finden sich mit den drei Rennwagen am Rande des ersten Renneinsatzes auf dem Hockenheimring zum Gruppenfoto zusammen. Foto: privat  

Hockenheim - Mein neues Auto hat mich bei den Testfahrten am Hockenheimring nicht ganz überzeugt. Bei der Elektronik hat es noch gehapert. Deshalb habe ich mich dann doch in mein vertrautes Rennauto gesetzt und bin damit das offizielle Training und die beiden Rennen gefahren".

Sowohl das alte als auch das neue Fahrzeug kommen aus dem Hause Seat, nennen sich Leon Supercopa und sind für die Rundstreckenrennen des Tourenwagen-Cups spezifiziert. Allerdings ist der neuere, schwarze Bolide erst im vergangenen Winter von Marcus Gesell in dessen Kaltenborner Werkstatt aufgebaut worden, während die gelb-schwarze Rennrakete schon einige Erfolge mit Gesell als Piloten aufzuweisen hatte. Er stand vor der Qual der Wahl: Entweder vertraute, allerdings PS-ärmere Technik einsetzen oder den etwas stärkeren Seat, dessen technische Feinheiten aber noch nicht ganz ausgelotet waren. Die Entscheidung für das erste und wahrscheinlich für längere Zeit einzige Renn-Wochenende fiel schließlich zugunsten des bewährten "alten" Fahrzeuges aus. "Vom Qualifying bis zum letzten Wertungsrennen lief alles tadellos. Technisch gab es keinerlei Probleme. Ich war sehr zufrieden", lautet das Resümee des Kaltenborner Rennfahrers über seinen Einsatz auf dem Hockenheimring.

Im Cockpit des Leon Supercopa siegte Gesell bei beiden Wertungsläufen in seiner Klasse 27 (bis 3500 ccm) und wurde im Feld der knapp dreißig Fahrzeuge zweimal Gesamtvierter. Damit belegte der 35-Jährige in der Gesamtwertung Rang zwei hinter seinem Teamkollegen Jesco Kaczmarek.

Nach zwei Klassensiegen in seinem Audi TTS in Hockenheim führt der Hildesheimer Kaczmarek die Gesamtwertung der diesjährigen Cup- und Tourenwagentrophy an. Darüber freut sich auch der Südthüringer Marcus Gesell und seine Mannschaft sehr. Denn der Audi-Pilot gehört zu seinem Rennstall Gesell-Motorsport. Der Audi wurde in der Kaltenborner Garage auf die Rennserie vorbereitet und wird hier auch nach jedem Einsatz auf Vordermann gebracht. Kaczmarek ist der Mieter und Nutzer des Rennwagens.

Dritter im Bunde von Gesell-Motorsport ist Marius Barczak aus Hamm mit dem von Gesell zur Verfügung gestellten zweifarbigen VW Scirocco. Der teilt sich mit Stephan Reuter derzeit den vierten Platz in der Gesamtwertung.

Nach einem komplizierten Schlüssel werden die Punkte für diese Wertung vergeben. Fahrer, die in teilnehmerstarken Klassen vorn mitmischen, bekommen mehr Punkte als diejenigen, deren Klassen zahlenmäßig nicht so stark vertreten sind. Deshalb reichten dem Hildesheimer Audifahrer zwei dritte Plätze in den beiden Rennen, um die Gesamtwertung anzuführen. Marcus Gesell fuhr zweimal auf Gesamtplatz vier, Marius Barczak rangierte sich zweimal auf Platz fünf ein.

Gefahren werden die jeweiligen Rennen im gemeinsamen Pulk. Nur bei der Wertung wird nach Klassen getrennt. Deshalb führt Jesco Kaczmarek nach den Hockenheimrennen auch die Division 3 an, während Marcus Gesell Führender in der Division 8 ist.

"Am ersten Renntag war es richtig heiß gewesen", erzählte der Südthüringer. "Aber es hat richtig Spaß gemacht, endlich wieder mal unter echten Rennbedingungen um die Platzierungen zu kämpfen. Das haben alle Fahrer sehr genossen. Die Stimmung bei uns, aber auch bei den anderen Teams war prächtig. Alle waren begeistert von der Rennatmosphäre."

Bis es zum nächsten Mal soweit ist, müssen sich die CTT-Teilnehmer und ihre Helfer allerdings eine Weile gedulden. Nach den aktuellen Planungen können die Tourenwagen-Fahrer erst Mitte September wieder auf Punktejagd gehen, dann im Rahmenprogramm des Internationalen Truck-Grand-Prix auf der Rennstrecke in Zolder.

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Thomas Klemm
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Veröffentlicht am:
08. 07. 2020
00:00 Uhr

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Autor

Thomas Klemm

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Veröffentlicht am:
08. 07. 2020
00:00 Uhr