Lokalsport Hildburghausen

Ein fast perfekter Sonntag

Diesmal ist es richtig knapp. Doch die Veste-Kicker warten weiter auf den ersten Sieg in der Kreisoberliga. Immerhin der erste Zähler befindet sich nach großem Kampf auf dem Konto des Aufsteigers.



Hat großen Anteil am ersten Saisonpunkt: Heldburgs Torhüter Ronny Steigmeier.	Foto: frankphoto.de
Hat großen Anteil am ersten Saisonpunkt: Heldburgs Torhüter Ronny Steigmeier. Foto: frankphoto.de  

Heldburg - Es hätte die Szene des Spiels werden können: Mit einer Fußabwehr verhindert Ronny Steigmeier in der 58. Minute den Rückstand. Wenige Augenblicke zuvor hatte Schönbrunns Niklas Heß den Ball von links flach in den Sechzehnmeterraum der Heldburger gebracht. Dort landete der Ball bei Torjäger Tino Luther. Der zog mit Schmackes ab, doch der 40-Jährige im Kasten des Aufsteigers parierte reaktionsschnell. Bereits zu Beginn der Partie und kurz vor der Pause hielt der Torhüter, der nach monatelanger Pause aufgrund einer Knie-OP an diesem September-Sonntag sein Comeback feierte, die Eintracht im Spiel. Nur zwölf Minuten nach seiner besten Aktion beschert Teamkollege Denny Hartung dann sogar die 1:0-Führung gegen die spielstarke Elf vom Schleusegrund. Gefühlvoll hebt der nur fünf Minuten zuvor eingewechselte Hartung den Ball in der 70. Minute über Schönbrunns Keeper Hofmann.

Doch am Ende ist der starke Heldburger Schlussmann eben nicht der frenetisch gefeierte Held, der den Sieg festgehalten hat. In der 90. Minute ist es nämlich jener Luther, der mit seinem Treffer zum 1:1 nicht nur das Unentschieden rettet, sondern auch seinen zweiten Saisontreffer erzielt. Steigmeier bleibt chancenlos.

Eintracht-Trainer Marko Weigand ist dennoch stolz auf seinen ein Jahr älteren Rückhalt im Tor. "Ronny hat uns heute oft im Spiel gehalten. Ich kann nur den Hut vor ihm ziehen. Auch in welcher Geschwindigkeit er an seiner Rückkehr gearbeitet hat. Seinem Einsatz, wie er für die Mannschaft und den Verein einsteht, gilt der größte Dank", so Weigand, der in den ersten Minuten der Partie beobachten muss, dass seine Mannschaft sehr nervös agiert. So führt ein zu kurzer Rückpass fast zum 0:1. Doch Steigmeier ist hellwach, und kommt noch vor Schönbrunns Luther, der an der Seite von Mark-André Möhring stürmt, an den Ball. Auch in der Folge bleiben die Gäste vom Schleusegrund die spielbestimmende Mannschaft. Lediglich im letzten Drittel fehlt die Präzision oder es scheitert am Mann zwischen den Pfosten. So wie kurz vor der Pause, als Steigmeier eine Bogenlampe mit einer Hand rauskratzt und bei einer scharfen Flanke entschieden per Faustabwehr zu Werke geht.

So geht es eben mit einem 0:0 in die Pause. Die Anzeigetafel wird nicht gebraucht. Wobei: Streng genommen kommt die wie schon zuletzt nicht mehr zum Einsatz. Nach einem Sturm im Frühjahr des Jahres wurde sie nämlich vorzeitig von Petrus in den Ruhestand befördert. Doch bald schon soll der Spielstand wieder für jeden ersichtlich sein.

Für jedermann klar zu sehen ist in den zweiten 45 Minuten, dass die Schönbrunner nicht mehr zu ihrer Dominanz finden. Stattdessen spielt sich das Geschehen nun öfter in der Hälfte der Gäste ab. Zwar kommen die Heldburger nicht wirklich zu zwingenden Torchancen, doch die Elf von Marko Weigand kämpft. Von Nervosität gegen die kombinationsstarken Gäste, gegen die man zu Beginn fast noch in Ehrfurcht erstarrt ist, ist inzwischen nichts mehr zu sehen. Und in der 70. Minute wird es am Fuße der Veste richtig laut, als Hartung die Eintracht gar nicht mal brachial, sondern gefühlvoll in Führung bringt.

Die Schönbrunner versuchen nun noch mal alles. Doch das eigene Spiel wirkt verkrampft. Und fast scheint es so, als ob die Heldburger tatsächlich all das Glück, was sie in den Vorwochen nicht hatten, diesmal doppelt zurückgezahlt bekommen. In der Schlussphase wird es schließlich turbulent: Der nicht immer sichere Schiedsrichter Thomas Bischof gibt Freistoß an der linken Strafraumseite. Eine strittige Situation. Die ganze Schönbrunner Bank springt auf, reklamiert: Das war doch Elfmeter! Auch der Linienrichter, der jedoch auf Höhe der Mittellinie steht, scheint anderer Meinung zu sein, hebt die Fahne und geht auf Bischof zu. Weigand verlässt seine Coachingzone, will mit dem Assistenten reden. Doch am Ende ist all die Aufregung umsonst. Es bleibt beim Freistoß, der nichts einbringt. Kurz darauf macht es eben Luther aus dem Spiel heraus (90.).

"Heute haben wir wieder einmal bewiesen, dass wir in dieser Liga wettbewerbsfähig sind. Wir haben Schönbrunn genervt. Sie sind lange nicht in ihr Spiel gekommen", sagte Heldburgs Trainer Weigand nach dem Schlusspfiff eines fast perfekten Spiels - aus Heldburger Sicht.

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Carsten Jentzsch
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Veröffentlicht am:
27. 09. 2020
20:54 Uhr

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Carsten Jentzsch

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Veröffentlicht am:
27. 09. 2020
20:54 Uhr