Lokalsport Ilmenau

SV 1911 Gehren - Germania Ilmenau 5:1

Gehren bringt sein Spiel durch

Der SV 1911 Gehren gewinnt das nächste Ilmenauer Stadtderby in der Fußball-Kreisoberliga eindeutig, aber am Ende doch etwas zu hoch.



Ilmenaus Chance vor der Pause: Der Abschluss von J. Schäfer (Nr. 16) wird von Junghans (Nr. 13) geblockt und Richter muss nicht mehr eingreifen.
Ilmenaus Chance vor der Pause: Der Abschluss von J. Schäfer (Nr. 16) wird von Junghans (Nr. 13) geblockt und Richter muss nicht mehr eingreifen.  

Gehren - Die akustisch höchst martialisch anmutende Einstimmung der Gehrener in ihrer Kabine kündete von intaktem Mannschaftsgeist, der sich dann während der Partie auch in sehr intensiver Kommunikation untereinander auf dem Feld niederschlug. Das fand dann am Ende auch seinen Ausdruck im Ergebnis. "Wir konnten unser Spielkonzept durchbringen und gerieten nur am Ende der ersten Halbzeit ein bisschen durcheinander, weil wir bei einer 2:0-Führung etwas leichtfertig geworden sind", meinte Trainer Sven Johren, der weiterhin auf C. Haueisen verzichten musste, jedoch Maximilian Stein diesmal zur Verfügung hatte und mit Finn Engesser einen vom Bodensee stammenden neuen TU-Spieler, der sich für den SV 1911 als "Studienort-Verein" entschieden hatte, erstmals einsetzen konnte.

Risikovolle Defensive

Angesichts der drückenden Überlegenheit bei den Chancenanteilen war Gehrens Sieg hochverdient, aber die Ilmenauer setzten, trotz der letztlich hohen Niederlage, ihren Positivtrend fort und spielten eigentlich noch besser als noch vor einer Woche gegen Gräfinau-Angstedt, obwohl sie da einem Punkt viel näher waren. Unterm Strich waren die Spielanteile sogar verteilt. Aber das schon gegen Gräfinau zu bemerkende Problem trat auch hier auf: So gefällig auch mitunter aus Abwehr und Mittelfeld heraus kombiniert wurde - unmittelbare Torgefahr entstand daraus nur selten, weil auch diesmal fast alles nach vorn über Careagua Izaguirre und Al Zougbhi und damit über die Mitte lief.

Anders als noch am Freitagabend hatte Trainer Horst Grohmann zudem Grund, sich über individuelle Fehler seiner Abwehr zu beschweren, was beim Tor zum 2:0, als Fischer den Ball an Harant verlor und dieser zum freien Pa. Möller passte (27.), auch zutraf. Andererseits spielte die Germania-Defensive mit dem Risiko eines weiten Aufrückens - gegen die für ihr Umkehrspiel bekannten Gehrener nicht unbedingt optimal.

Freilich: Das Tor zum 1:0 durch Koch (8.) war irregulär, weil Vorbereiter Pa. Möller den Ball auf links in Abseitsstellung erhalten hatte (was der Autor genau erkennen konnte, weil er hier zufällig exakt auf Höhe der Abseitslinie stand - im Unterschied zum Assistenten ...).

Trotz des Rückstandes hatten die Gäste danach ihre beste Phase und auch einige Chancen. Richter wurde von Fischers sattem Schuss zu einer Faustparade gezwungen (29.) und nach einem Eckstoß musste gleich zweimal im letzten Moment geklärt werden (34.). Gehren ging kurzzeitig der Zugriff im Mittelfeld verloren.

Mit dem Kopfball des eingewechselten Stein genau auf Torwart Müller (48.) begann dann nach dem Wiederanpfiff eine ganze Serie bester Gehrener Chancen, die aber alle etwas "billig" vergeben wurden - ehe ein Freistoß zu Abwehr-Durcheinander in Ilmenaus Strafraum führte, was Pausch zum 3:0 nutzte (57.). Die Partie schien gelaufen, aber ein herrliches Solo samt sattem Schuss von der Strafraumgrenze durch Fischer brachte das 3:1 (65.). Wer weiß, was passiert wäre, wenn Careagua Izaguirre zuvor eine Rechtsflanke von Hergesell besser verwertet hätte (63.). Alsdann glänzte gegenüber Torwart Müller mit mehreren Top-Paraden. Doch das verletzungsbedingte Ausscheiden ihrer Leistungsträger Al Zougbhi und J. Schäfer konnte die Germania nun nicht mehr kompensieren und schluckte noch zwei klassische Kontertore. rab

Gehren: Richter - Zobel, Welsch, Manthey - Rißland, Junghans (46. Mx. Stein), Pausch, Bauer - Koch, Harant (58. Engesser), Pa. Möller (77. Ph. Möller)

Ilmenau: Müller - Steinacker (72. Polowy), Rösch, Fischer, Helbing - J. Schäfer (76. Kastrati) - A. Wolfenstetter, Careagua Izaguirre, Bleon Osmani - Al Zougbhi (58. Volz), Hergesell

Gohritz (Ilmenau) - 148 - 1:0 Koch (8.), 2:0 Pa, Möller (27.), 3:0 Pausch (57.), 3:1 Fischer (65.), 4:1 Ph. Möller (84.), 5:1 Pausch (85.)

 

 

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21. 09. 2020
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21. 09. 2020
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