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SV Germania: Personell nach wie vor ein Drahtseilakt

Ilmenau - Wie schwer es der Landesklasse-Absteiger Germania Ilmenau haben wird, seine neu zu formierende Mannschaft in der Kreisoberliga zu etablieren, wurde am Mittwochabend



Ilmenau - Wie schwer es der Landesklasse-Absteiger Germania Ilmenau haben wird, seine neu zu formierende Mannschaft in der Kreisoberliga zu etablieren, wurde am Mittwochabend beim Testspiel gegen den TSV 1880 Elgersburg deutlich, das der Kreisligist mit 3:2 gewann - absolut verdient angesichts klarer Chancenvorteile. Bei noch immer sehr großer Hitze in den Abendstunden präsentierte sich der Hammergrund-Rasenplatz zwar im Top-Zustand, Ilmenaus Mannschaft offenbarte dagegen noch zahlreiche Schwachstellen.

Defensive Probleme

Den besten Eindruck hinterließ Stürmer Bashar Alzoughbi, der nicht nur beide Tore erzielte, sondern auch einen ständigen Unruheherd für die TSV-Abwehr bildete. Abgesehen von einem Solo von Lorenz Steinacker gab es keine weitere torgefährliche Ilmenauer Aktion, an welcher der Palästinenser nicht beteiligt war. Seine körperlichen Nachteile und die Zweikampfhärte, welche in Mittelthüringens Kreisoberliga allgemein geduldet wird, lassen indes befürchten, dass er es in Punktspielen keineswegs immer so einfach haben wird. Einige gute Aktionen im Angriff steuerte Jonas Schäfer bei, der auch den exzellenten Pass auf Alzoughbi zum 2:2-Ausgleich (42.) spielte.

Ein großes Problem war Ilmenaus Defensivverhalten, möglicherweise auch der Testspielsituation geschuldet. Der große Raum, den die Abwehrkette oft auf der ballfernen Seite unbesetzt ließ, war ein gefundenes Fressen für S. Huck, der dort hinein- stieß, den Ball bekam und so alle drei Gästetore vorbereitete: Beim 1:1 vollstreckte Bischof (15.), beim 1:2 Zachert per Kopf (19.) und beim 2:3 wurde der abgewehrte Ball präzise aus dem Rückraum versenkt (80.). Elgersburg war speziell in der Anfangsphase überlegen, zeigte viele durchdachte Angriffe, vergab aber drei, vier weitere klare Chancen. Mitunter fielen bei Ilmenau auch Defizite in defensiven Laufduellen auf.

Drei Viertel Studenten

Die Germania setzte 15 Spieler ein, es fehlten Kempf und Udeh (Urlaub) sowie die Osmani-Brüder vom letztjährigen A-Juniorenteam. "Die Spielerdecke ist also dünn. Und wie wir gesehen haben, fehlt es für die nahe Zukunft an qualitativ guten Fußballern aus dem Ilm-Kreis", erklärte Trainer Horst Grohmann. "Das Team besteht zu 75 Prozent aus Studenten. Bei Kempf, Gustin, Steinacker und M. Schäfer muss aber damit gerechnet werden, dass sie nach Ende ihres Studiums zur Halbserie den Verein Richtung Heimat oder Arbeitsplatz verlassen." Gleiches gilt für den Bulgaren Tsonev, dessen privat bedingter Weggang aus Ilmenau eigentlich schon feststeht; man hofft indes, dass er zumindest für die ersten Punktspiele noch verfügbar ist.

Nur noch ein Testspiel

Die nächsten beiden Testspiele, am Samstag gegen Sömmerda und am Mittwoch gegen Geratal, musste die Germania wegen Personalproblemen absagen. Damit bleibt vorerst nur noch ein Test übrig: Am 4. August ab 15 Uhr bei der SG Siebleben.

Zum Trainerbereich gehört neben Horst Grohmann noch Wolfgang Schelhorn als Torwarttrainer. Erhard Meyer kann sich aus privaten Gründen hier nicht dauerhaft einbringen, wird aber Anfang August die Vertretung von Horst Grohmann bei einer Abwesenheit übernehmen. rab

Ilmenau: Volz (30. B. Müller) - M. Schäfer, D. Müller, Rösch, Tsonev - Hergesell, J. Schäfer - Steinacker, Alzoughbi, Gustin - Populzai; eingew.: Barth, Thomalla, Torno

Elgersburg: Bradsch; L. Langguth, Muravyev, Schlott, Grill, Fox, S. Huck, Zachert, Stiebitz, Bittmann, Bischof; eingew.: Weitze

C. Scheit (Niederwillingen) - 30 - 1.0 Alzoughbi (6.), 1:1 Bischof (15.), 1;2 Zachert (19.), 2:2 Alzoughbi (42.), 2:3 Weitze (80.)

(Die Redaktion bedauert, in der Mittwoch-Ausgabe den Spielort dieser Partie fälschlicherweise mit Elgersburg angegeben zu haben, und bittet alle Fußballfreunde, die das Körnbachtal vergebens angesteuert haben, um Entschuldigung.)

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Veröffentlicht am:
26. 07. 2019
00:00 Uhr

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26. 07. 2019
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