Lokalsport Suhl

"Wir sind das Versuchskaninchen"

Als ob das Spitzenspiel gegen Titelanwärter Hermsdorf nicht schon fordernd genug wäre, ist die schwerste Prüfung der Suhler Handballer am Samstag eine ganz andere.



Auch das gehört 2020 zur Vorbereitung auf die neue Handball-Saison dazu: Markieren der Zuschauerplätze. Suhls Torhüter Jakub Pala half mit. Foto: frankphoto.de
Auch das gehört 2020 zur Vorbereitung auf die neue Handball-Saison dazu: Markieren der Zuschauerplätze. Suhls Torhüter Jakub Pala half mit. Foto: frankphoto.de  

Suhl - Viel Rot und dazwischen hier und da ein bisschen Grün. So sieht er aus, der Plan für die Suhler Wolfsgrube. Die zweiseitige, kleinteilige Grafik legt auf den Zentimeter fest, wo bei den kommenden Volleyball- und Handballspielen Zuschauer sitzen beziehungsweise stehen dürfen.

Regeln für die Fans

Einlass: Hier müssen alle Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen - ausgenommen Dauerkartenbesitzer. Das Kontaktformular kann jedoch auch vorab ausgefüllt werden. Es ist auf der HSG-Suhl-Facebook-Seite abrufbar.

Maske: Mund-Nasen-Schutz ist beim Bewegen durch die Halle Pflicht. Nur auf dem Sitz-/Stehplatz darf er abgenommen werden.

Versorgung: Während des Thüringenliga-Spiels gibt es drei Versorgungspunkte - den an der Küchenausgabe plus zwei Getränkestände auf der Gegenseite, oberhalb der Tribüne. Was immer gilt, ist die Einbahnstraßen-Regelung.

Raucher: Wer eine Raucherpause braucht, kann die Halle durch die Notausgänge verlassen, muss jedoch beim Zurückkommen wieder den Haupteingang nehmen.

Preise: Der Eintritt für die Handball-Thüringenliga wurde leicht erhöht. Statt vier Euro kostet ein Sitzplatz-Ticket nun 4,50 Euro, der Stehplatz 3,50 Euro. Bis 18 Jahre ist der Eintritt weiterhin frei.

 

Am Montagabend wurde der Plan in die Tat umgesetzt. Mit Zollstock und haufenweise Aufklebern markierten HSG Suhl, HV Beerberg Goldlauter und der VfB Suhl die Sitz- und Stehplätze in der Sporthalle. Nach zwei Stunden war die Arbeit erledigt. Doch die Aufregung hat sich damit ohne Zweifel noch nicht gelegt. Auch nicht bei einem, der im Handball schon so ziemlich alles erlebt hat: Aber Frank Hornschuchs spaßig gemeinter Satz "Wir sind am Wochenende das Versuchskaninchen" lässt tief in die Sportler- und Vereinsseele blicken. Denn ob die Spielregeln abseits des Hallenparketts auch funktionieren, entscheidet sich erst am Samstag. Dann sind die Handballer der SG Suhl/Goldlauter Ausrichter für die Corona-Generalprobe.

 

300 nummerierte Sitz- (blaue Aufkleber) und 140 Stehplätze (rote Aufkleber) hat das Gesundheitsamt der Stadt Suhl genehmigt. Die Vorgabe gilt bis auf Weiteres für alle Sportveranstaltungen mit Zuschauern - auch für die Spiele der Bundesliga-Mannschaft des VfB Suhl, die am 3. Oktober in die neue Saison startet.

Ein Tag, viermal Handball

Der erste Hallentest am kommenden Samstag wird gleich eine Mammutaufgabe. Der Handball-Tag beginnt mit dem Spiel der C-Jugend um 12.30 Uhr, setzt sich fort mit dem Derby der Dritten gegen den TSV Zella-Mehlis (15 Uhr) und dem Auftakt der Zweiten in der Landesliga gegen den HSV Apolda II (17.15 Uhr). Letztes Kapitel des Tages ist das Topspiel der Thüringenliga, das Duell zweier Meisterschaftsfavoriten: Die SG Suhl/Goldlauter empfängt ab 19.30 Uhr den SV Hermsdorf.

"Wir hoffen sehr, dass es angenommen wird und nicht nur 100 Zuschauer kommen", sagt Remó Gerstenberg. Der Aufwand für die Vereine ist enorm. Noch weiß niemand, ob alle Maßnahmen greifen; ob alle Fans mitspielen. Wie reagieren etwa Zuschauer, die aus anderen Landkreisen anreisen und dort vielleicht ganz andere Regeln gewöhnt sind?

30 Hermsdorfer Fans dürfen zum Spitzenspiel nach Suhl mitkommen. Hoffentlich nicht im Mannschaftsbus, wirft Michael Adam ein. Denn dann dürfe man sie nicht in die Halle lassen. Auch hier wird strikt getrennt. Aber die Gedanken des Vizepräsidenten der HSG Suhl gehen noch weiter. Beispiel: Was, wenn am Dienstag nach dem Spiel ein Hermsdorfer Spieler positiv auf Corona getestet wird? Was dann? Das weiß im Moment niemand. Was bleibt, ist die Hoffnung auf Normalität - zum Beispiel, dass sich die Heimmacht der SG Suhl/Goldlauter einfach fortsetzt. Seit 18 Monaten sind die Handballer nämlich zu Hause ungeschlagen. kt

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Veröffentlicht am:
22. 09. 2020
21:40 Uhr

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Veröffentlicht am:
22. 09. 2020
21:40 Uhr